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Slavko Avsenik



Slavko Avsenik

* 26.11.1929 | † 02.07.2015

Man nennt ihn nicht umsonst den " Polka-König " der Welt.
Der Autodidakt auf dem Akkordeon ist sozusagen der Erfinder des Oberkrainer-Sounds mit der für diese Art typischen Begleit- und Rhythmusgruppe, bestehend aus Akkordeon, Akkordgitarre und Baritonhorn. Typisch ist auch die gemischte Akkordbegleitung auf dem Akkordeon, bei Polkas im 2/4-Takt bestehend aus zwei gleich gespielten Gruppen Doppelsechzehntel und einer Achtelnote; bei Walzern aus durchgehend gespielten sechs Achtelnoten pro Takt.

Ein Virtuose auf der Pianotastatur, komponierte und spielte er zusammen mit seinem Orig. Oberkrainer Quintett unzählige, meisterhaft vorgetragene Titel ein, die nicht nur gehörfällig und darum beliebt und immer wieder gerne gehört sind, sondern die auch dem Techniker Avsenik gerecht werden.
Man denke an Polkas wie "Von Ort zu Ort", "Ich hör´ so gern Harmonika", "Im Schweizer Hochland" und viele, viele andere. Die Liste liesse sich schier endlos fortsetzen.
Die Kunst, die jeweiligen Titel perfekt nachzuspielen, mit dem für Slavko ganz eigenen Stil, seiner Leichtigkeit und seines Vortrages, ist nur wenigen vergönnt. Nicht nur die Spieltechnik, sondern auch das Herzblut muss der Zuhörer spüren, fühlen, hören, es muss ihn in jeder Faser seiner Muskeln mitzittern und erbeben lassen, ja mitreissen! Dann ist es so gespielt, gepaart mit Perfektion und Präzision, wie Slavko es sich immer zur Maxime gemacht hat.
Und darum sind auch die erfolgreichen Kompositionen der Gebrüder Avsenik das, was sie eben sind: Evergreens eines eigenen Musikstils, die für uns Anhänger und Fans dieses Genres nicht mehr wegzudenken sind!

Vergleicht man einmal etwas näher die verschiedenen Komponisten solcher Polkas und Walzer im Stile der Oberkrainer, so wird man feststellen (und jeder, der schon einmal versucht hat, einen Avsenik-Titel in der ORIGINAL!-Tonart nachzuspielen, wird dies bestätigen können), dass sich Slavko und Vilko niemals der Versuchung hingaben, eine Komposition um der leichteren Spielbarkeit willen in einer hauptsächlich für die Bläser im Ensemble mit ihren in B gestimmten Instrumenten einfacheren Tonart mit weniger Vorzeichen zu schreiben.
Nein! Gerade die in für Bläser teils sehr schwierigen und anspruchsvollen Kreuz-Tonarten wie A-, E-, H- und Fis-Dur gehaltenen Titel wie z.B. "Erinnerung an Zürich" oder die "Goldenen Oberkrainer-Klänge" machen den Komponisten Avsenik, machen die Original Oberkrainer aus, heben ihn wohltuend von allen anderen im Reigen der Musikschaffenden heraus. Niemals zugunsten der leichteren Spielbarkeit und immer dem schöneren,edleren Klang folgend schuf er gleichermassen unvergessene wie unvergleichliche Melodien! Ein Stück, das in E-Dur geschrieben ist und der Einfachheit halber in F- oder Es-Dur gespielt wird, kann niemals so klingen wie das Original. Und mag es auch noch so gut und perfekt gespielt sein!
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, hier scheiden sich die Geister, sowohl was Komposition als auch Vortrag angeht. Nur wer selbst solch einen innigen Bezug zur Oberkrainer-Musik hat, ja vielleicht sogar selbst musiziert, kann das nachvollziehen und einigermassen verstehen.

Slavko Avsenik verstarb am 02. Juli 2015 im Alter von 85 Jahren an der Folgen einer kurzen, aber schweren Krankheit.

In memoriam Slavko Avsenik: es lebe die Oberkrainer-Musik!

Zum 80.Geburtstag von Slavko Avsenik schrieb Astrid Stutz folgendes schöne Gedicht:

Lieber Slavko Avsenik!

"Du hast Geburtstag! Wir gratulieren" und wünschen alle von Herzen Dir: "Gesundheit, Glück, Zufriedenheit". Geniesse die glücklichen Stunden "Im Kreise der Familie" oder bei "Einem Abend mit Freunden". Und wenn es dann "Lustig beim Wein in Oberkrain" zugeht, könnte es vielleicht, "Spät am Abend" sogar sein, dass "Katharin" beim "Slowenischen Bauerntanz" zu Dir sagt: "Komm und tanz mit mir"! Ja ja Du weißt schon, ein bisschen "Stimmung muss sein", auch wenn wir vielleicht "Die verflixten Wechseljahre" schon spüren, so würde "Franz der Siebengscheite" sicher sagen, das ist "Kein Grund für schlechte Laune". Mit ein bisschen "Schallali Schallala" geht es "Ohne Sorgen" "Heiter durch's Leben". Und wirfst Du mal einen "Blick übern Zaun", kann es sein, dass "Miss Kaktus" Dir zuruft: "Ich wart auf Dich", "Wann kommst Du zu mir?" Genau so wie Du, zehren auch wir von der "Erinnerung" an die "Gute alte Zeit", als Du mit Deinen "Slowenischen Grüssen" "Von Ort zu Ort" gezogen bist. Ganz egal, ob "Hinterm Hühnerstall" oder "Hoch auf den Bergeshöhn", Deine "Goldenen Klänge aus Oberkrain" haben uns allen "Freude an Musik mit Avsenik" gebracht. Für Deine "Olympiade in Musik" hast Du oftmals "Bronze, Silber und Gold" bekommen und nach der "Siegerehrung" gab es sicher auch "Durchbummelte Nächte" weit über die "Geisterstunde" hinaus, bis der "Morgenstern am Horizont" stand und die "Fesche Kellnerin" beim "Frühkonzert auf dem Bauernhof" den "Fröhlichen Gesellen" den "Karawanken Marsch" geblasen hat. "Ein Leben lang für die Musik" bist Du mit dem "Trompetenecho" nicht nur "Kreuz und quer durch die Schweiz", sondern auch "Übers weite Meer" gereist und hast uns "Abend für Abend" "Mit Musik und guter Laune" "Glück und Sonnenschein" gebracht. Leider heisst es heute nicht mehr, Slavko Avsenik und "Die (Original) Oberkrainer kommen" und ziehen "Mit Polka durch die Welt". Doch "Ewig jung bleibt die Erinnerung" an "Unvergessene Tage". Wir senden Dir voller Dankbarkeit, herzliche Grüsse aus dem "Schönen Schwyzerland" und sagen "Alte Liebe rostet nicht". Wir lassen für Dich die "Wunschglocke" erklingen und wünschen Dir "Auf allen Deinen Wegen" nur das Allerbeste!

Slavko Avsenik war zunächst Skispringer und als solcher Mitglied der Nationalmannschaft des ehemaligen Jugoslawiens. Das Pianoakkordeon und das Spielen auf der Steirischen Harmonika brachte er sich während seiner Militärzeit selbst bei. 1953 begann er im Trio Avsenik mit einem Gitarristen und Bassisten.

Slavko Avsenik gründete zusammen mit Bruder Vilko Ovsenik die Musikgruppe Gorenjski Kvintet, die als Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer (Original Oberkrainer Quintett) international bekannt wurde und mehr als 36 Millionen Tonträger verkaufte. Auch sind sie die Erfinder des Oberkrainer Sounds, der auch heute noch von einer Vielzahl von Musikgruppen gespielt wird.
In der Regel besteht eine Oberkrainer Besetzung aus Akkordeon, Baritonhorn oder Kontrabass (Bass), Gitarre (Rhythmus), Klarinette, Trompete und natürlich aus ein- oder mehrstimmigem Gesang. Für einige Aufnahmen wurden auch Mundharmonika oder eine zweite oder sogar dritte Klarinette verwendet. Zusätzlich gibt es Alben mit Streichorchester und auch Blasmusik.

Obwohl der Oberkrainerstil Ähnlichkeiten mit der Ländlermusik aufweist, wurde er anfänglich keineswegs dieser zugeordnet. Er entspricht auch nicht der slowenischen Volksmusik. Vorwiegend werden 4/8 Polkas, Walzer sowie Märsche gespielt und natürlich auch Ländler mit typischer 4-Takt-Einleitung, wie z. B. der Bauern-Ländler. Eine Neuerung brachte dieser Stil jedoch auch damit, dass die Harmonik vieler Lieder sehr modern war und in die Jazzharmonik geht. In fast jedem der Lieder sind Jazzelemente, wie Sextakkorde oder Sekundärdominanten (zumeist von der zweiten Stufe) zu finden. Diese Neuerung, vor allem in der Begleitung, ist wohl dem Gitarristen des Ensembles Leo Ponikvar zuzuschreiben, der vor seiner Zeit bei Avsenik als Jazzmusiker aktiv war und somit über das erforderliche Wissen verfügte.

Der größte Erfolgstitel von Slavko Avsenik ist das Trompeten-Echo, das sich zum Evergreen der volkstümlichen Musik entwickelte und in zahlreichen Versionen (Blasorchester, A cappella, etc.) aufgenommen wurde. Einem breiten Publikum wurde diese Komposition erst mit Hilfe von Fred Rauch bekannt, der zufällig den Titel in Radio Klagenfurt gehört hatte. In den 1970er Jahren war es die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Lustige Musikanten und der monatlichen Hörfunksendung Wettstreit nach Noten des Deutschlandfunks. Auch für die ORF-Sendung Musikantenstadl wurde das Trompetenecho das Titellied. Weitere Erfolgstitel sind Auf der Autobahn, Slowenischer Bauerntanz und Es ist so schön ein Musikant zu sein.
1992 übergab Avsenik seine Lieder vor allem an das Ensemble Gašperji, welches er unter der Bezeichnung Die Jungen Original Oberkrainer offiziell zum Nachfolge-Ensemble seiner Original Oberkrainer ernannte.
Die meisten der langjährigen Mitglieder sind inzwischen verstorben: Der Trompeter Franc Košir (1930-1991), der Gitarrist Leo Ponikvar (1917-1992), der Klarinettist Albin Rudan (1933-2009) und der Baritonist und Bassist Mik Soss (1929-2004) leben nicht mehr.

Quelle : Balkanforum

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In luftiger Höh

Foto : Gostilna Avsenik

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