Fred Rauch, Entdecker der ORIGINAL OBERKRAINER




Entdeckung von Slavko Avsenik und den Oberkrainern

1955 bereiste Fred Rauch im Urlaub den Wörthersee in Kärnten, wo er eines Morgens gegen elf Uhr in einer Sendung namens „Slowenischen Stunde“ („Po željah“) eine eingängige Musiknummer im Radio hörte. Die Qualität beeindruckte ihn; er meinte, da wären nicht nur Musiker, sondern gar richtige Musikanten am Werk. Die Melodie - in für damalige volkstümliche Musik ungewöhnlicher Form dargebracht mit Akkordeon, Trompete, Klarinette und Bariton; die Gitarre sollte erst noch dazu kommen - erinnerte ihn an ein Echo von Trompeten. Er wollte mehr darüber erfahren und besuchte den Radiosender, wo er vom Redakteur Helmut Hartman Mitschnitte bekam. Die darbietende Gruppe war das Gorenjski kvartet, was Hartmann mit „Oberkrainer Quartett“ übersetzte.

In München spielte er dies seinen Hörern vor, denen es recht gut gefiel. Slavko Avsenik reiste nach München, wo er das Stück - bisher „Na Golici“ genannt, was in etwa „Beim Kahlkogel“ nach einem 1836 Meter hohen slowenischen Berg bei Jesenice den Slavko Avsenik zeitlebens nie gesehen hat, bedeutet - neu aufnahm. Die Neuaufnahme geschah aber nicht, bevor Fred Rauch noch einen kurzen Text für das Lied schrieb, der - wenngleich er kaum je Verwendung fand - ihm fortan regelmäßige Tantiemen einbrachte. Das Stück sollte laut GEMA über weltrekorverdächtige 30 Millionen mal live aufgeführt worden sein und wurde auch mehr als 600 mal gecovert.

Die Slavko Avseniks Oberkrainer wurden sehr erfolgreich, fanden viele Nachahmer nannten sich alsbald die "Original Oberkrainer" die sich anschließend im gerade aufkommenden Volksmusik-Boom alsbald im Wettbewerb mit wie Formationen wie Ernst Moschs Original Egerländer Musikanten und dergleichen sahen. Avseniks Oberkrainer, die mit ihrem neuen Stil die volkstümliche Musik revolutionierten, blieben aber die erfolgreichsten und verkauften in den folgenden Dekaden weit mehr als dreißig Millionen Tonträger. Über drei Jahrzehnte hinweg traten sie an 200 Tagen pro Jahr auf, oft sogar bei zwei Veranstaltungen an einem Tag.

In den 1970er Jahren war das Trompetenecho die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Lustige Musikanten und der monatlichen Hörfunksendung Wettstreit nach Noten des Deutschlandfunks. Außerdem war es 20 Jahre lang die Titelmusik des ORF-Musikantenstadels. Fred Rauch schuf noch 160 oder mehr Texte für Lieder von den Original Oberkrainern.

Text-Quelle

Plötzlich begannen, sowohl in Slowenien als auch in Österreich und Deutschland, ähnliche Ensembles nach dem Muster der Oberkrainer zu entstehen. Zu Hause benannte sich das Ensemble wegen möglicher Veränderungen in der Besetzung in Ansambel Bratov Avsenik [Ensemble der Brüder Avsenik] um, im Ausland nannte es sich weiterhin Oberkrainer Quintett. Später wurde noch das Attribut Original hinzugefügt, weil sich auch viele andere als Oberkrainer bezeichneten.

Slavko musste schließlich, um weitere böswillige Worte darüber, wer die echten sind, zu unterbinden, im Hotel Continental in München eine Pressekonferenz einberufen, auf welcher er klarstellte, wie der Name Oberkrainer entstanden war. Außerhalb Sloweniens verband man mit diesem Namen nämlich eine Musikrichtung, in seinem Heimatland war er eher hinderlich bzw. führte zu der ständigen Unterstellung, dass Slavko auch seinen Namen verkauft hätte, obwohl er gar nichts dafür konnte.

Text und Bild

Ramona Leiss interview mit Slavko Avsenik Fred Rau

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